Informationen über Haltung, Ernährung und Gesundheit

Meerschweinchen sind tag - bis dämmerungs - aktive Fluchttiere. Ihre wilden Artgenossen leben in den Hochebenen Südamerikas.Meerschweinchen sind typische Pflanzenfresser mit einem daraus resultierenden komplizierten Verdauungssystem. Sie sind seit 500 Jahren domestiziert und haben ihre natürlichen Instinkte und Robustheit nicht verloren, vorausgesetzt sie haben die Möglichkeit ihre natürlichen Bedürfnisse auszuleben.

Haltung

Meerschweinchen sind Sippentiere. Sie leiden unter Einsamkeit und verkümmern, wenn sie nicht mit Artgenossen zusammen gehalten werden. Es sollten immer mindestens zwei Tiere zusammen leben.

Ideal ist eine Kleingruppe von mindestens drei Tieren. Hier empfiehlt sich die Haltung von einem kastrierten Böckchen und zwei Weibchen. Die Haltung eines Kastraten mit mehreren Weibchen ist die artgerechteste Lebensform der Hausmeerschweinchen.

Der Mensch oder auch ein Kaninchen können niemals ein Ersatz für einen Artgenossen sein

Unterbringung

Meerschweinchen brauchen viel Bewegung und einen abwechslungsreichen Lebensraum. Für zwei bis drei Schweinchen muss eine Gehegegröße von mindestens 1,40 x 0,80 m eingeplant werden. Mit ein wenig handwerk-lichem Geschick kann man auch konventionell ausgestattete Käfige abwechslungsreich ge-stalten, etwa mit dem Einbau einer zweiten Ebene, zwei Käfige miteinander verbinden etc. Für Abwechslung sorgen auch Obstzweige, Steine, Korkröhren usw. Da Meerschweinchen Fluchttiere sind, muss immer eine Unter-schlupfmöglichkeit vorhanden sein. Als Ein-streu für das Gehege eignen sich Hobelspäne, Hanfstreu, Stroh und Strohpellets.

Ungeeignet ist Katzenstreu.

Meerschweinchen sind sehr bewegungsfreu-dig, der tägliche mehrstündige Auslauf muss gewährleistet sein. Fakt ist, je mehr Platz Meerschweinchen haben, je abwechslungs-reicher ihr Lebensraum ist, desto mehr Spaß haben sie am Leben und desto mehr Freude machen sie auch uns Menschen.

Ernährung

Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser mit einem daraus resultierenden besonderen Verdauungssystem. Meerschweinchen sollen den ganzen Tag fressen, um die Darmtätigkeit aktiv zu halten.

Meerschweinchen dürfen nicht hungern! Grundnahrung für Meerschweinchen ist HEU, HEU, HEU und nochmals HEU !!!!

Heu ist lebensnotwendig!
Qualitativ hochwertiges Heu erkennt man am aromatischen Duft, an der grünen Farbe und es muss trocken sein. Schlechtes Heu kann zu schweren Verdauungsstörungen führen. Heu muss immer frisch für die Tiere verfügbar sein. Heu ist Ballaststoffträger, regt die Darmtätigkeit an und fördert den Zahnabrieb der ständig nach-wachsenden Zähne.

Wasser ist ebenso lebensnotwendig. Es muss ständig verfügbar sein und täglich frisch er-neuert werden.

Sinnvoll ist es neben den handelsüblichen Tränken auch Tongefäße für das Wasser anzubieten. Viele Meerschweinchen trinken sehr viel lieber daraus.

Grünfutter:

Ist die Lieblingsspeise der kleinen Schweinchen. Zum Basisangebot gehören Karotten, Äpfel, Gurken, Fenchel, Salat (Kopfsalat sollte wegen des hohen Nitratgehaltes vermieden werden).

Ebenso und als Abwechslung kann gegeben werden: Gras (Vorsicht bei der ersten Gras-fütterung im Frühjahr, zuviel frisches Gras kann schwere Blähungen verursachen! ), Löwenzahn, diverse Kräuter (z.B. Petersilie, Dill) und Wiesenpflanzen, Möhrengrün, Kohlrabi (-blätter), Sellerie, Maiskolben, Tomaten, Paprika, Broccoli, Chicoree, Kiwi, Mandarinen, Orangen, Melone, Bananen, Weintrauben.

Trockenfutter:

Meerschweinchen, die in der Wohnung ge-halten werden, brauchen nur sehr wenig, eigentlich gar kein Trockenfutter, wenn sie ausreichend mit Frischfutter und Heu versorgt werden. Ein erhöhter Bedarf besteht im Winter bei Außenhaltung, bei säugenden Tieren oder bei Tieren während oder nach überstandener Krankheit.

Vitamin C:

Meerschweinchen können nicht selber Vitamin C produzieren. Deshalb ist auf eine ausreich-ende Versorgung zu achten. Neben den Grün-futtergaben kann man zusätzlich Vitamin C (zumindest während der Winterzeit) z.B. über das Trinkwasser geben. Es gibt im Handel spezielle Vitamin C - Präparate. Gibt man Vitamin C direkt ins Trinkwasser, so muss es mit Zitronensäure stabilisiert werden, da es sich sonst nach etwa zwei Stunden zersetzt hat.